Sprechen lernen in unterschiedlichen Sprachen – geht das?

 

Kinder eignen sich ihre sprachlichen Fähigkeiten aus eigenem Antrieb an. Die einzelnen Phasen der Sprachentwicklung folgen einem Muster und sind bei den meisten Kindern gleich. In welchem Alter aber ein Kind zu sprechen beginnt, wie schnell es seinen Wortschatz erweitert und wann es erste Sätze bilden und Wörter richtig aussprechen kann, ist von Kind zu Kind unterschiedlich.

Kinder, die mit zwei (manchmal sogar drei) verschiedenen Sprachen aufwachsen, werden in ihrer Sprachentwicklung nicht beeinträchtigt. Vielmehr kann diese Sprachvielfalt für den weiteren Lebensweg durchaus von Vorteil sein. Eltern sollten mit ihrem Baby und Kleinkind in der Sprache sprechen, die sie am besten beherrschen, in der sie sich schnell und sicher ausdrücken können. In der Regel ist dies die Erstsprache („Muttersprache“), die in der eigenen Kindheit als Familiensprache selbst erlernt wurde. Auch wenn beide Eltern unterschiedliche Erstsprachen sprechen, bedeutet dies für das Kind kein Problem, sofern die Eltern durchgehend in dieser Sprache mit ihm kommunizieren. Schon kleine Kinder entwickeln ein Bewusstsein für Sprache und können gut unterscheiden, welches Elternteil wie mit ihm spricht.

Durch das Wahrnehmen und Wiedergeben von Aussprache, Wortvielfalt und Satzmelodie der Familiensprache erlangen Kinder „Sprachsicherheit“. Dies hilft ihnen dabei in Krippe und Kindergarten als weitere Sprache Deutsch zu lernen. Denn spätestens bis zum Schuleintritt sollte jedes einzelne Kind die deutsche Sprache sicher beherrschen.

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) hat einen Elternbrief verfasst, der zeigt, wie Kinder lernen zweisprachig aufzuwachsen. Dieser ist in über zwanzig Sprachen erhältlich.

Weitere Informationen über die Entwicklung und Förderung der kindlichen Sprachfähigkeit finden Sie auf kindergesundheit.de.

 

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